Stadtarchiv Köln: Herbst 2009

Vor fast acht Monaten ist das Historische Archiv der Stadt Köln eingestürzt. Wie ist der Stand der Dinge?

Die Bergung der Archivalien

Eeiner Pressemitteilung vom 3.92009 zufolge konnten bis Anfang September, d.h. im ersten halben Jahr nach der Archivkatastrophe, rund 85 Prozent des Archivgutes geborgen worden. Rund zehn Prozent wurden noch in der Grube unter dem Grundwasserspiegel vermutet, bei 5 Prozent des Archivguts muss mit einem Totalverlust gerechnet werden.

Folgendes Schadensbild wurde Anfang September beschrieben:

  • 35 Prozent schwerste Schäden
  • 50 Prozent schwere und mittlere Schäden
  • 15 Prozent leichte Schäden

Rund 500 Gitterboxen (rund 2,5 laufende Kilometer) Archivgut waren so nass, dass sie eingefroren werden mussten. Davon konnten bis Anfang September gut 80 Gitterboxen gefriergetrocknet werden.

Zur Bergung der zehn Prozent des Gesamtbestands, die unterhalb des Grundwasserspiegels liegen (d.h. rund 3 laufende Kilometer Archivgut), muss zunächst zur Absicherung eine Betonwand als Stütze in die Tiefe gebaut werden, wofür man Anfang September eine Bauzeit zwischen 6 und 15 Monaten veranschlagte.

Zu den Archivalien, die Anfang September unter dem Grundwasserspiegel vermutet wurden, gehören diverse Nachlässe (Heinrich Böll, Architekten u.a.) und städtisches Archivgut, darunter zumindest Teile der Personenstandsregister.

Bei der Vorbereitung der Errichtung der Stützwand konnten im Laufe des September einer weiteren Pressemitteilung der Stadt zufolge „zahlreiche Personenstandsregister“ sowie Häuserlisten geborgen werden. „Obwohl die Dokumente unterhalb des Grundwasserspiegels lagen, waren sie teilweise vollkommen trocken oder nur am Rande nass. Weil sie innerhalb des Bruchtrichters stark verdichtet in den Trümmerteilen lagen, konnte die Feuchtigkeit nur geringe Schäden anrichten.“

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